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Ratgeber 9 Min. Lesezeit

Schädlinge vorbeugen: 10 Experten-Tipps vom IHK-Kammerjäger

Vorbeugen ist günstiger als Bekämpfen. In über 20 Jahren als Kammerjäger habe ich Tausende Befälle gesehen – und die Ursachen sind fast immer dieselben. Hier sind meine 10 wichtigsten Praxis-Tipps, mit denen Sie Ratten, Mäuse, Schaben, Motten und Ameisen dauerhaft fernhalten.

PB

Peter Böckle

IHK-geprüfter Schädlingsbekämpfer · Aktualisiert: November 2025

1

Gebäude abdichten – der wichtigste Schritt

Eine Maus passt durch ein 6 mm großes Loch (Bleistiftdicke). Eine Ratte durch 2 cm. Prüfen Sie systematisch:

  • ✅ Rohr- und Kabeldurchführungen mit Stahlwolle + Mörtel verschließen
  • ✅ Lüftungsöffnungen mit Drahtgitter (max. 5 mm Maschenweite)
  • ✅ Bürstendichtungen unter Türen (besonders Keller- und Haustür)
  • ✅ Defekte Abflussrohre reparieren lassen
  • ✅ Rattenklappe in Kanal-Fallrohr einbauen
2

Lebensmittel richtig lagern

Der #1-Grund für Schädlingsbefall in Küchen: offene Verpackungen.

  • ✅ Mehl, Müsli, Nudeln, Reis in luftdichte Glas- oder Metallbehälter
  • ✅ Tiertrockenfutter nicht offen stehen lassen
  • ✅ Obst nicht tagelang in der Schale liegen lassen (lockt Fruchtfliegen & Ameisen)
  • ✅ Keine Essensreste auf Arbeitsflächen über Nacht
3

Müll konsequent verschließen

Offener Biomüll ist ein Magnet für Ratten, Fliegen und Wespen. Mülltonnen mit fest schließendem Deckel verwenden. Gelbe Säcke erst am Abfuhrtag rausstellen. Komposthaufen mindestens 5 m vom Haus entfernt anlegen und regelmäßig umsetzen.

4

Feuchtigkeit kontrollieren

Silberfische, Schaben und Kellerasseln brauchen Feuchtigkeit. Tropfende Hähne sofort reparieren, Kondenswasser an Fenstern abwischen, Badezimmer nach dem Duschen lüften, feuchte Keller mit Entfeuchter trocknen. Auch versteckte Wasserschäden können Schädlinge anziehen.

5

Ordnung in Keller & Dachboden

Kartons, alte Zeitungen, Stoffstapel und Gerümpel bieten perfekte Verstecke und Nistmaterial. Lagern Sie Gegenstände in verschließbaren Plastikboxen. Mindestens 10 cm Abstand zur Wand für Belüftung und Inspektion.

6

Keine Essensreste in der Toilette

Einer der häufigsten und unbekanntesten Fehler: Essensreste in der Kanalisation locken Ratten an und weisen ihnen den Weg ins Gebäude. Ratten können problemlos durch Abflussrohre und Toiletten ins Haus gelangen.

7

Garten und Außenbereich pflegen

Holzstapel, dichte Hecken und Gerümpel direkt am Haus bieten Ratten Deckung. Halten Sie mindestens 50 cm Abstand zwischen Bewuchs/Stapeln und der Hausfassade. Fallobst aufsammeln. Vogelfütterung nur in rattensicheren Silos.

8

Kleidung und Textilien schützen (Motten)

Wollpullover, Pelze und Teppiche vor dem Einlagern waschen oder chemisch reinigen. Lavendelsäckchen oder Zedernholz im Kleiderschrank. Regelmäßig Schränke lüften und auf Fraßspuren kontrollieren. Pheromonfallen als Frühwarnsystem.

9

Gebrauchte Möbel & Geräte kontrollieren

Die Hauptquelle für Bettwanzen und Schaben: gebrauchte Matratzen, Möbel und Elektrogeräte (besonders Mikrowellen und Kaffeemaschinen). Kontrollieren Sie jedes gebrauchte Stück gründlich vor dem Einbringen in die Wohnung.

10

Regelmäßige Inspektion – Früherkennung spart Geld

Mindestens vierteljährlich sollten Sie Keller, Dachboden, Küche und Außenbereich auf Schädlingsspuren kontrollieren: Kotpillen, Nagespuren, Fraßlöcher, Häutungsreste. Ein erkannter Befall im Frühstadium kostet 80–150 € – ein verschleppter Befall schnell 500–1.000 €.

💡 Profi-Tipp: Klebefallen als Monitoring

Stellen Sie Klebefallen (Insektenmonitore) in Keller, Garage und hinter Küchengeräten auf. Prüfen Sie monatlich. Jeder Fang ist ein Frühwarnzeichen.

Fragen zur Prävention? Kostenlose Beratung.

Wir beraten Sie gerne zur Schädlingsprävention für Ihr Haus oder Gewerbe.

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