Blitzschnelle Hilfe: In der Regel 20-40 Min. – 0163 268 1378

Kammerjägerei Böckle Logo
Ratgeber 8 Min. Lesezeit

Ratten im Haus erkennen & richtig bekämpfen

Rattenkot, Nagespuren an Kabeln, merkwürdige Geräusche in der Wand – Rattenbefall ist nicht nur unangenehm, sondern auch ein Gesundheitsrisiko. In diesem Ratgeber erklärt IHK-Kammerjäger Peter Böckle, wie Sie Ratten zuverlässig erkennen, was Sie sofort tun sollten und wann professionelle Hilfe nötig ist.

PB

Peter Böckle

IHK-geprüfter Schädlingsbekämpfer · Aktualisiert: Dezember 2025

1. Typische Anzeichen für Ratten im Haus

Ratten sind nachtaktiv und extrem scheue Tiere. Die meisten Betroffenen sehen nie eine lebende Ratte – erkennen den Befall aber an diesen Spuren:

🔍 Rattenkot

Spindelförmig, 1–2 cm lang, dunkelbraun bis schwarz. Bei frischem Befall glänzend-feucht. Wanderratten hinterlassen ca. 40 Kotballen pro Nacht, verteilt entlang ihrer Laufwege.

🔍 Nagespuren

Ratten müssen ständig nagen (ihre Schneidezähne wachsen lebenslang 1–2 mm pro Woche). Typisch: Fraßspuren an Kabeln, Holz, Kunststoff und Verpackungen. Die Zahnabdrücke sind ca. 4 mm breit.

🔍 Schmierspuren (Laufwege)

Ratten nutzen immer dieselben Wege. Ihr fettiges Fell hinterlässt dunkle Schmierstreifen an Wänden, Rohren und Balken. Besonders an Engstellen gut sichtbar.

🔍 Geräusche

Kratzen, Scharren und Trippeln in Wänden, Decken und unter Fußböden – besonders nachts. Ratten sind zwischen 22 und 4 Uhr am aktivsten.

🔍 Geruch

Stechend ammoniakartiger Geruch durch Urin, besonders in geschlossenen Räumen (Keller, Dachboden). Bei großem Befall auch süßlich-faulig (verendete Tiere).

2. Welche Ratten gibt es in Deutschland?

In Deutschland kommen zwei Rattenarten vor:

Wanderratte (Rattus norvegicus)

  • • Körper: 20–26 cm, Schwanz: 17–22 cm
  • • Gewicht: 250–500 g
  • • Lebt bevorzugt in Kanälen, Kellern, Erdbauten
  • • Hervorragende Schwimmerin (gelangt durch Toiletten ins Haus)
  • • Häufigste Art in deutschen Städten (ca. 95% aller Befälle)

Hausratte (Rattus rattus)

  • • Körper: 16–22 cm, Schwanz: länger als Körper
  • • Gewicht: 150–250 g
  • • Klettert ausgezeichnet (Dachböden, obere Stockwerke)
  • • In Deutschland selten und regional begrenzt
  • • Steht auf der Roten Liste (gefährdet)

3. Gesundheitsrisiken durch Rattenbefall

Ratten zählen nach dem Infektionsschutzgesetz (§ 18 IfSG) zu den Gesundheitsschädlingen. Sie können über 70 Krankheiten auf den Menschen übertragen:

  • ⚠️Leptospirose (Weil'sche Krankheit) – über Rattenurin, potenziell tödlich
  • ⚠️Hantavirus – über Kot und Urin, grippeähnlich bis Nierenversagen
  • ⚠️Salmonellose – durch kontaminierte Lebensmittel
  • ⚠️Rattenbissfieber – durch Bisse oder Kratzer
  • ⚠️Parasiten – Rattenflöhe, Zecken und Milben befallen auch Menschen und Haustiere

⚠️ Wichtig: Rattenkot nie ohne Schutz entfernen

Trockener Rattenkot kann Hantaviren als Staub freisetzen. Tragen Sie beim Entfernen immer Handschuhe und eine FFP2-Maske. Befeuchten Sie den Kot vorher mit Desinfektionsmittel.

4. Sofortmaßnahmen bei Rattenbefall

  1. 1

    Nahrungsquellen entfernen

    Lebensmittel in verschließbare Behälter, Tierfutter nicht stehen lassen, Biomüll fest verschließen.

  2. 2

    Zugangswege identifizieren

    Spalten ab 2 cm, defekte Abflussrohre, offene Kellerfenster, Kabelschächte prüfen.

  3. 3

    Befall dokumentieren

    Fotos von Kotspuren, Nagespuren und Laufwegen machen – hilft dem Kammerjäger bei der Befundaufnahme.

  4. 4

    Kammerjäger kontaktieren

    Ein einzelner Rattenbefall deutet fast immer auf eine Kolonie hin. Professionelle Befundaufnahme ist entscheidend.

  5. 5

    Gesundheitsamt informieren

    Ratten sind meldepflichtig nach § 18 IfSG. Als Mieter zusätzlich den Vermieter benachrichtigen.

5. Hausmittel gegen Ratten – was funktioniert wirklich?

Im Internet kursieren zahlreiche Hausmittel. Als Kammerjäger mit über 20 Jahren Erfahrung muss ich ehrlich sein: Die meisten Hausmittel wirken bei Ratten nicht.

Ultraschall-Geräte

Studien zeigen keine nachhaltige Wirkung. Ratten gewöhnen sich innerhalb von Tagen an die Frequenz.

Pfefferminzöl / Essig

Mag einzelne Ratten kurzzeitig abschrecken, vertreibt aber keine Kolonie.

Backpulver / Gips

Gefährlicher Mythos. Ratten sind neophob (meiden Neues) und nehmen es selten an.

Schlagfallen (als Ergänzung)

Klassische Rattenfallen können einzelne Tiere fangen. Für Kolonien aber unzureichend. Richtige Platzierung ist entscheidend.

6. Professionelle Rattenbekämpfung – Methoden & Ablauf

Ein professioneller Kammerjäger arbeitet nach dem IPM-Prinzip (Integrated Pest Management):

Phase 1: Befundaufnahme & Inspektion

Identifikation der Rattenart, Befallsstärke, Laufwege, Zugangspunkte und Nistplätze. Bei uns mit Endoskop-Kamera für Hohlräume und Kanäle.

Phase 2: Bekämpfungsplan

Individueller Plan mit Köderstationen (manipulationssicher, für Kinder und Haustiere ungefährlich), Schlagfallen und ggf. Gebäudeabdichtung.

Phase 3: Aktive Bekämpfung

Strategische Platzierung von Köderstationen entlang der Laufwege. Verwendung von Antikoagulanzien der 2. Generation oder mechanischen Fallen. Regelmäßige Kontrolle alle 3–5 Tage.

Phase 4: Monitoring & Prävention

Erfolgskontrolle nach 2–4 Wochen. Abdichtung aller identifizierten Zugangspunkte. Empfehlungen zur langfristigen Prävention.

7. Was kostet eine Rattenbekämpfung?

Leistung Kosten (ca.)
Erstbesuch & Befundaufnahme80–120 €
Leichter Befall (1–3 Köderstationen)150–300 €
Mittlerer Befall (Monitoring 4 Wochen)300–500 €
Starker Befall (inkl. Gebäudeabdichtung)500–800 €
Rattenklappe Kanalisation (Material + Einbau)250–400 €

* Richtwerte inkl. MwSt. Exakte Kosten nach kostenloser Erstberatung. Stand: 2025

8. Ratten vorbeugen: 5 Maßnahmen für langfristigen Schutz

1

Gebäude abdichten

Alle Öffnungen ab 2 cm verschließen: Stahlwolle + Mörtel für Spalten, Drahtgitter für Lüftungen, Rattenklappen in Abflussrohren.

2

Nahrungsquellen eliminieren

Biomüll, Kompost und Tierfutter fest verschließen. Fallobst aufsammeln. Vogelfutter nur in rattensicheren Stationen.

3

Keine Essensreste in der Toilette

Essensreste in der Kanalisation locken Wanderratten an und öffnen ihnen den Weg ins Gebäude.

4

Ordnung im Keller und Garten

Gerümpel, Holzstapel und dichte Hecken direkt am Haus bieten Ratten Deckung. Mindestens 50 cm Abstand zur Fassade.

5

Regelmäßige Inspektion

Mindestens vierteljährlich Keller, Dachboden und Außenbereich auf Nagespuren und Kotpillen kontrollieren.

Häufige Fragen: Ratten im Haus

Wie erkenne ich Ratten im Haus?
Die sichersten Anzeichen für Ratten im Haus sind: Rattenkot (spindelförmig, 1–2 cm, dunkelbraun), Nagespuren an Kabeln, Holz und Verpackungen, Schmier- und Laufspuren entlang von Wänden, ein ammoniakartiger Geruch, nächtliche Kratz- und Scharrgeräusche in Wänden und Decken sowie Erdlöcher im Garten (ca. 8–10 cm Durchmesser).
Was kostet eine professionelle Rattenbekämpfung?
Die Kosten für professionelle Rattenbekämpfung liegen je nach Befallsstärke bei 150–500 €. Ein Erstbesuch mit Befundaufnahme kostet ca. 80–120 €. Bei starkem Befall mit Monitoring über mehrere Wochen können die Gesamtkosten bis 800 € betragen. Viele Kammerjäger bieten kostenlose Erstberatung am Telefon.
Muss ich eine Ratte melden?
Ja. Laut Infektionsschutzgesetz (§ 18 IfSG) sind Ratten meldepflichtig, da sie als Gesundheitsschädlinge eingestuft werden. Melden Sie den Befall beim Gesundheitsamt Ihrer Kommune. Als Mieter sind Sie verpflichtet, den Vermieter unverzüglich zu informieren.
Wie kommen Ratten ins Haus?
Ratten gelangen über: defekte Abflussrohre und Kanalisation (häufigster Weg für Wanderratten), offene Kellerfenster und Türspalten ab 2 cm, Kabelschächte und Rohrführungen, nicht verschlossene Lüftungsöffnungen, Fallrohre und Regenrinnen. Wanderratten können sogar durch Toiletten in Gebäude gelangen.

Ratten im Haus? Jetzt Kammerjäger rufen.

Kostenlose Erstberatung am Telefon. 24/7 Notdienst – auch am Wochenende.

0163 268 1378
24h Notdienst 0163 268 1378 Kostenlos anrufen
Kostenlos